Profitipp der Woche
Heute: Luigi Pecchia, Sommelier im Münchner Restaurant The Cloud by Käfer (vier Diamonds) plädiert dafür, Rotwein nicht kompromisslos bei Zimmertemperatur zu servieren, sondern sich auch mal in kühlere Gefilde vorzuwagen.
Jetzt teilen
TEXT Luigi Pecchia I FOTO Cheyenne Hoch
„Rotwein muss nicht immer warm sein. Bestimmte Rotweine serviere ich bewusst etwas kühler als klassisch erwartet, da sich bei niedrigeren Temperaturen das Aromenspiel oft deutlich spannender zeigt. Frische, florale und würzige Noten treten klarer hervor, während alkoholische Eindrücke zurückgenommen werden. Gleichzeitig wirken die Tannine feiner und geschmeidiger, was den Gesamteindruck harmonischer und trinkiger macht. Die Weine lagere ich bei etwa 14–15 °C, je nach Stilistik. Beim Servieren gehe ich teilweise noch kühler vor und schenke manche Rotweine sogar bei 11–12 °C aus, insbesondere leichtere, elegante und säurebetonte Typen. Ein aktuelles Beispiel aus der Weinbegleitung im Restaurant ist der Pelaverga 2024 von Castello di Verduno. In dieser Temperatur zeigt der Wein seine ganze Stärke: eine lebendige Frische, rote Beeren, florale Noten und die typische weiße Pfefferwürze. Gerade diese kühle, saftige Stilistik kommt bei den Gästen sehr gut an und wird als äußerst animierend wahrgenommen.“





