Keine Ergebnisse gefunden
, ,

Ina-Sophie Bamberger im Interview – ihre „PARTIE“ & frischer Wind aus Meddersheim

Jetzt teilen

Sie sind die kommende Stimme des deutschen Weins: mutig, qualitätsbewusst und voller Visionen. Im HENRIS Weinguide 2026 haben wir die spannendsten Nachwuchswinzerinnen und -winzer ausgezeichnet.

Diese Woche im Porträt: Ina-Sophie Bamberger vom Wein- und Sektgut Bamberger von der Nahe

Die Bambergers feiern, was sie tun. Viel Lebensfreude und Hingabe fühlt man im Kontakt mit der ganzen Familie. Sie kultivieren 15 Hektar Rebfläche rund um Meddersheim an der oberen Nahe. Schaumwein – traditionelle Flaschengärung – ist schon lange die Leidenschaft von Vater Heiko. In der Qualität, die er liefert, ganz sicher ein Alleinstellungsmerkmal in der Riege der spektakulären deutschen Sekterzeuger. Ina-Sophie teilt diese Begeisterung für Schäumer – ist immer auf der Suche nach einem neuen Ziel und offen für das, was kommt. Nach ihrem dualen Bachelor-Studium in Weinbau und Önologie in Neustadt stellte sie in diesem Jahr ihre eigenen Sekte unter dem Namen PARTIE by Ina vor. Teildegorgiert, voller Charakter – Tiefe, Textur & Überraschung im Glas. Begeisterung in unserem Verkoster:innen-Team. Wir freuen uns schon heute auf mehr PARTIE by Ina.

Welche Werte und Prinzipien leiteten dich bei deiner Arbeit als Winzerin? 

Mir ist es total wichtig, einen klaren Plan zu haben. Ich liebe Ordnung und Struktur, denn mit einem Ziel vor Augen läuft vieles einfach besser. Was für mich dabei ganz entscheidend ist: unser Team! Man kann sich noch so viel vornehmen – am Ende gelingt fast alles nur gemeinsam mit Leuten, auf die man sich wirklich verlassen kann. Und gleichzeitig kommt es auf Offenheit an. Gerade im Weinbau erlebt man jedes Jahr Überraschungen: Das Wetter spielt verrückt, kein Jahr ist wie das andere. Wer da offen bleibt, neue Wege zulässt und flexibel reagiert, kann jede Herausforderung meistern.

Wo, mit was inspirierst du dich für Neues? 

Ich reise total gerne und schaue mir am liebsten neue Weingüter an – da gibt’s einfach immer etwas Inspirierendes zu entdecken. Besonders schön ist es, wenn ich zusammen mit meiner Mama etwa einmal im Jahr einen Trip in ein anderes Anbaugebiet plane. Unsere letzte Reise ging zum Beispiel in die Valtènesi-Region am Gardasee.

Was machst du anders als deine Eltern? 

Es fühlt sich oft so an, als könnte ich alles verändern – aber eigentlich muss ich gar nicht viel verändern. Vielmehr geht es darum, behutsam die richtigen Dinge anzupassen und den erfolgreichen Weg, den meine Eltern gelegt haben, mit meinen frischen Ideen zu ergänzen. Gerade als junge Winzerin komme ich mit vielen neuen Gedanken und möchte am liebsten alles direkt umsetzen. Aber ich habe durch meine Eltern erlebt, dass unser Betrieb auch ohne mich seit Jahren erfolgreich läuft. Das heißt, ich muss meine vielen Einfälle erst einmal sortieren, bevor ich damit alle überrolle. Viele Impulse habe ich zum Beispiel aus der Champagne mitgebracht, wo ich zuletzt gearbeitet habe. Manche dieser Anregungen habe ich direkt ausprobiert – aber meist sind es kleine Stellschrauben und Veränderungen, die ich nach und nach in unseren Stil einfließen lasse, ohne unsere Tradition zu verlieren.

Der beste Wein, den du je getrunken hast und warum? 

Ein Wein, der mir besonders im Kopf geblieben ist, war ein Savagnin von Lulu Vigneron aus dem Jura. Diesen Wein habe ich zum Abschluss meines Studiums zusammen mit Freunden und Familie getrunken. Am Ende sind es oft die besonderen Momente und die Menschen, die einen Wein für mich unvergesslich machen.

Welches nicht-traditionelle Weinpairing empfiehlst du zu einem deiner Weine, das überraschend gut harmoniert? 

Meiner Meinung nach sollte Schaumwein viel häufiger zum Essen getrunken werden. Er ist nicht nur ein toller Aperitif, sondern ein vielschichtiger Speisenbegleiter. Deswegen lautet meine Empfehlung, meine PARTIE weiss (100 % Gewürztraminer) einfach weiter zum Essen zu trinken. Aufgrund der Hefe, die weiterhin in der Flasche bleibt, ist er gerade zu Teigwaren eine super Kombination. Spezialempfehlung ist hier orientalisches Essen wie zum Beispiel Naan mit Hummus.

Was war der Schlüsselmoment für dich, Winzerin zu werden? 

Schlüsselmoment war eine Weinprobe zu Hause, die ich gehalten habe, während ich noch in der Schule war. Ich habe den Kunden kleine Details über unseren Sekt erzählt, die ich bei Mama und Papa aufgeschnappt hatte. Das Schönste war die Reaktion der Kunden, die dieses Produkt so wertgeschätzt haben. Dadurch wurde in mir die Neugier geweckt, gerade über den Sektherstellungsprozess noch mehr erzählen zu können, sodass die Kunden am Ende des Tages mit einem Mehrwert unser Weingut verlassen können, weil sie etwas Neues gelernt haben.