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Felix Walter im Interview – Puristisch. Präzise. Franken.

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Sie sind die kommende Stimme des deutschen Weins: mutig, qualitätsbewusst und voller Visionen. Im HENRIS Weinguide 2026 haben wir die spannendsten Nachwuchswinzerinnen und -winzer ausgezeichnet.

Diese Woche im Porträt: Felix Walter vom Weingut Josef Walter aus Franken

Zuhause in Churfranken – zwischen Spessart und Odenwald. Weit gereist und immer wiedergekehrt. Zur großen Freude der deutschen Weinwelt. Die Familie bewirtschaftet vier Hektar im Centgrafenberg und im Hundsrück – Buntsandsteinverwitterungsböden. Felix ist Außenbetriebsleiter, seine Handschrift deutlich erkennbar. Stichwort KRAWALTER Chardonnay: Prämiert in diesem Jahr mit vier roten Trauben von uns – ein Wein, der Staunen macht, begeistert, überwältigt. Burgundische Stilistik, Weltklasse aus Franken. Felix absolvierte seine Ausbildung in Weinsberg, Praktika bei Huber/Baden, Künstler/Rheingau, Beny/Rheinhessen, Chanterêves/Burgund, Hans Herzog Estate/Neuseeland, Gütern in Australien, der Champagne und weitere. Behutsamer, nachhaltiger Umgang im Weinberg, Biobewirtschaftung – beseelt davon, die Herkunft seiner Weine authentisch abzubilden, mit viel Liebe zur fränkischen Heimat.

Wie stellen wir dich am besten vor?

Ich bin ein sehr zielstrebig orientierter, ehrgeiziger Mensch und gebe mich niemals mit Kompromissen zulasten der Qualität zufrieden. Trotz einiger Praktika an den schönsten Orten weltweit zieht es mich als sehr heimatverbundenen Menschen immer wieder zurück nach Churfranken, meine Heimat. Es fasziniert mich, besonders mit unseren kargen Buntsandsteinböden zu arbeiten und deren Geschmack so puristisch und ungeschminkt wie möglich ins Glas zu bringen. Zudem bin ich immer interessiert an Neuigkeiten im Bereich Wein(-bau) und Landwirtschaft.

Was fasziniert dich am Wein am meisten?

Die Herkunft eines Weines im Glas wiederzufinden. Speziell besonders karge, mineralische Weine aus steinigen Weinbergen faszinieren mich dabei besonders.

Welche Werte und Prinzipien leiten dich bei deiner Arbeit als Winzer?

Ich versuche, einen möglichst nachhaltigen und umweltschonenden Weinbau zu betreiben. Dabei steht immer die höchstmögliche Traubenqualität im Vordergrund, um die Herkunft so gut wie möglich ins Glas zu transportieren. Eigene Kompostbereitung, Bio-Bewirtschaftung, vielfältige Blühangebote für Nützlinge, Pressung mit der traditionellen Korbkelter und Holzfassausbau sind einige Praktiken, die mir dabei wichtig sind.

Womit inspirierst du dich für Neues?

(Blind-)Weinproben unter Freunden und durch viele Praktika.

Von wem hast du in deinem Leben am meisten gelernt und warum?

Während meiner Aus- und Fortbildung sowie meiner (weltweiten) Praktika habe ich überall dazugelernt. Besonders prägend für mich und meinen Weinstil war das Praktikum bei Tomoko und Guillaume Bott von der Domaine Chanterêves im Burgund. Penible Weinbergsarbeit, stets den Mondkalender im Blick und das, was die Pflanze gerade empfindet, im Gefühl. Verbunden mit dem Vertrauen in die Traubenqualität, die im Keller ankommt und beim Weinausbau möglichst keine Eingriffe. So entstehen charakterstarke, eigenständige Transporteure ihrer Herkunft.

Der beste Wein, den du je getrunken hast und warum?

1985 Barbaresco von Gaja. Nach einem langen Lesetag bei der Grabenwerkstatt im Spitzer Graben (Anmerkung der Redaktion: Weingut in Österreich/Wachau) hatte ich diesen Wein blind im Glas. Ich war fasziniert von der inneren Dichte, Komplexität, Eleganz, dem Spiel aus Gerbstoff, Reife, Griffigkeit und langanhaltender Kraft, ganz ohne breit zu sein.

Welches nicht-traditionelle Weinpairing empfiehlst du zu einem deiner Weine, das überraschend gut harmoniert?

Gerne kombiniere ich meinen Blanc de Noir Prestige-Sekt zu allem, was helle Soßen oder Gemüsebeilagen hat. Tafelspitz mit Meerrettichsoße, Steinpilzsoße mit Serviettenknödel oder auch zu einem Döner mit Knoblauchsoße.

Welche persönlichen Leidenschaften oder Interessen außerhalb des Weinbaus beeinflussen deine Arbeit?

Als Genussmensch esse ich sehr gerne und bin immer offen für neue Kreationen in der Küche. Um den Kopf freizubekommen, besuche ich gerne Rockkonzerte. Gute Musik ist auch während der Arbeit im Weinkeller essenziell.