Home Cooking
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TEXT Nick Pulina | FOTO Hannes Niederkofler
Bei Holunder und Melisse denken wohl die wenigsten zuerst an Fisch. Dabei harmonieren gerade leichte Fischgerichte wunderbar mit den feinen, floralen und kräutrigen Aromen dieser Zutaten. Und das nicht nur in der Spitzenküche.
Denn wie gut das auch zu Hause funktionieren kann, zeigt uns Stephan Zippl in unserem dieswöchigen Home Cooking. Der Küchenchef des Oberbozener Restaurants 1908 (drei Diamonds) hat uns sein Rezept für Forelle mit fermentierten Radieschen, Sahne-Meerrettich-Holundersud, Melisse und gebackenem Brot verraten. Viel Spaß beim Nachkochen dieses sommerlichen Antipastos!

Zutaten (als Antipasto für 4 Personen):
Forelle
200 g Forellenfilet, 40 g pro Person
1 EL Olivenöl
Salz
4 TL Forelleneier, 1 TL pro Person
Melissenöl
100 g Melisse
25 g Petersilie
250 ml Samenöl
1 Prise Salz
Melissencreme
50 ml Melissenöl (s.o.)
15 g Eigelb
1 TL Zitronensaft
1 Prise Salz
Holundergel
10 Holunderblüten
300 ml Wasser
20 ml Zitronensaft
10 g Zucker
20 ml Limoncello
5 g Agar Agar
Sahne-Meerrettich-Holundersud
200 ml Sahne
1 TL Meerrettich
2 Champignons
½ Schalotte
1 Lorbeerblatt
Salz und Pfeffer
4 Holunderblüten
10 ml Limoncello
Gebackenes Brot
100 g Mehl, 00 oder Manitoba
10 g flüssige Butter
55–60 ml Magermilch
2 g Salz
7 g Zucker
5 g Hefe
Radieschenscheiben
2 Radieschen
Fermentierte Radieschen
10 Radieschen
Salz
Zucker
30 ml Apfelsaft, frisch gepresst
Radieschengrün
Zubereitung
1. Forelle
Forelle entgräten, die Haut entfernen und beiseitelegen. Das Filet salzen und in Olivenöl auf der Hautseite 10 Sekunden anbraten. Anschließend in etwa gleich große Quadrate schneiden und mit Salz und Olivenöl abschmecken.
2. Knusprige Forellenhaut
Die Forellenhaut waschen und zwischen zwei Lagen Backpapier und zwei Blechen im Ofen bei 165 °C etwa 50–60 Minuten knusprig backen.
3. Melissenöl
Die Kräuter zupfen und das Samenöl auf 65 °C erwärmen. Öl, Kräuter und eine Prise Salz in den Mixer geben und 5 Minuten auf höchster Stufe mixen. Anschließend durch ein Passiertuch abseihen.
4. Melissencreme
Eigelb mit Salz und Zitronensaft verrühren. Das Melissenöl nach und nach in einem dünnen Faden einrühren, bis eine homogene Creme entsteht.
5. Holundergel
Holunderblüten mit Zucker und Wasser aufkochen und mindestens 2 Stunden ziehen lassen. Abseihen und Limoncello, Zitronensaft und Agar-Agar hinzugeben. Unter ständigem Rühren nochmals aufkochen. Etwa 4 Stunden im Kühlschrank kalt stellen und anschließend kräftig mixen, bis ein glattes Gel entsteht.
6. Sahne-Meerrettich-Holundersud
Alle Zutaten gemeinsam aufkochen und 2 Stunden ziehen lassen. Anschließend abseihen und bei etwa 60 °C servieren.
7. Gebackenes Brot
Alle Zutaten miteinander verkneten und den Teig 1 Stunde bei Raumtemperatur ruhen lassen. Anschließend in Bällchen zu je 40 g teilen, in eine vorgeölte Form geben und im Ofen bei 100 °C Dampf 15 Minuten dämpfen. Danach in Öl bei 160 °C goldgelb ausbacken und warm servieren.
8. Radieschenscheiben
Radieschen in dünne Scheiben schneiden und mit Salz und Olivenöl marinieren.
9. Fermentierte Radieschen – 2½ pro Person
Radieschen waschen und halbieren. Jeweils 2 % Salz und 2 % Zucker, bezogen auf das Gewicht der Radieschen, hinzugeben. Apfelsaft dazugeben und alles gemeinsam in einen Vakuumbeutel geben. Bei 90 % vakuumieren und den Beutel bei etwa 25–35 °C lagern, bis er sich kissenartig aufbläht. Nach etwa 6 Tagen sind die Radieschen fertig.
10. Radieschengrün
Die kleinen Radieschenblätter mit Olivenöl marinieren.
11. Anrichten
Die Forellenstücke locker auf dem Teller anrichten und mit den fermentierten Radieschen, den marinierten Radieschenscheiben und etwas Radieschengrün ergänzen. Kleine Tupfen von Melissencreme und Holundergel dazwischen setzen und mit Forelleneiern und knuspriger Forellenhaut garnieren. Den warmen Sahne-Meerrettich-Holundersud seitlich angießen und mit einigen Tropfen Melissenöl verfeinern. Das gebackene Brot separat und noch warm dazu servieren.
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