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TEXT Aurelius Lange I TITELFOTO Rosewood Schloss Fuschl
Lieblich lachend eingecheckt in das ROSEWOOD SCHLOSS FUSCHL – ein Traumschloss über einem dunkelgrünen See. Ein internationaler Luxusort mit einer besonderen alpinen Note. Wir nehmen Sie mit auf unseren Besuch und entdecken gemeinsam die Schönheit, Geschichte und besondere Magie dieses Hauses.
Bei steirischer Gebirgsgarnele, einem 2012er Welschriesling und einem begeisterten Gespräch mit Küchendirektor Julian Schwamberger beschließe ich, Schlossherr zu werden – zumindest für ein paar Tage. „Lieblich lachende Gegenden, landschaftlich einer der schönsten Teile der Deutschen Alpen, freundliche Städtchen und Schlösser mit großartigen Gebirgskesseln und dunkelgrünen Seen, tosenden Bächen, hochragenden Bergriesen, von denen sich Gletscher herabziehen“, schwärmt Meyers Konversations-Lexikon 1888 über das Salzkammergut. Wir lassen die wunderbaren Orte im gesamten Salzkammergut heute im wahrsten Sinne liegen und konzentrieren uns auf einen Platz, der durchaus ein würdiges Briefmarkenmotiv der gesamten Region sein kann: Fuschl und sein Schloss.
Die Anfahrt nach Fuschl
Die Anfahrt aus Salzburg fühlt sich besonders an. Man hat das Gefühl, nah am Berghang zu sein – rechts unmittelbar das Gebirge, links die Ebene –, vorbei an zauberhaften Orten, Seen sowie Wäldern und Forsten. Und dann, in einer Kurve, die sich zum See hin lange dehnt, geht es hinab zum Schloss.
„Wir“ kommen an, Pluralis Maiestatis, herrschaftlich.

Nicht nur der Eingang zur Rezeption, vermutlich das frühere Gutshaus, atmet Geschichte. Alles wirkt beinahe sakral. Das liegt gewiss an seiner Geschichte, denke ich, immerhin fungierte es für den kirchlichen Adel in Salzburg als Jagdsitz, aber auch als wehrhafte Stellung. Über viele Jahrhunderte war es ein Außenposten der Bischöfe von Salzburg, bis die Säkularisierung die Bestände der Kirche auflöste. Der Ort war stets besonders. Seit den 1950er-Jahren wird er als Hotel betrieben, damals unter der Pacht der besonderen Gastgeberin Gräfin Harriet von Walderdorff. Gastgeschichte kann dieser Platz erzählen.
Für „Sissi“-Film-Fans
Das Schloss diente übrigens in den Filmen als Kulisse für das Starnberger Possenhofen. Nach dem Krieg wechselte das Haus häufiger seine Besitzer, durchaus mit schillernder Prominenz und bekannten Namen: ein als Salzbaron bekannter Investor in den 1950er-Jahren, dann Max Grundig, deutsche Gründerlegende, und nun die Familie Schörghuber. Den heutigen Eigentümern muss man das Kompliment machen, dass sie keine Kosten gescheut haben, dieses Hotel zu einer Top-Destination im internationalen Vergleich zu machen. Mit Rosewood ist ein Betreiber an Bord, der mit geschichtsträchtigen Häusern gut umgehen kann, wie man nicht nur in München sieht, und der diesem Haus eine feine Note internationaler Einrichtung mit alpiner Fassung gegeben hat. Eine Keramikkugellampe im Schlafzimmer, mit einem Tau verwoben, hätte ich am liebsten gleich mitgenommen. Gemach, wir wollen uns ja nicht schuldig machen. Schlossherren demontieren sich nicht – meistens.
Das Hotel
Mit 98 Zimmern, darunter 42 Suiten und sechs exklusive Chalets, inszeniert das Rosewood Schloss Fuschl einen Aufenthalt wie eine Reise durch die Zeit. Jedes Zimmer ist eine fein komponierte Hommage an die facettenreiche Geschichte des legendären Schlosses am See – stilvoll verwoben mit zeitgemäßem Design und jener diskreten Eleganz, für die Rosewood weltweit steht. Seit der Eröffnung am 1. Juli 2024 empfängt das Haus seine Gäste als neues Juwel der österreichischen Luxushotellerie. Am Seeufer gibt es ein Bootshaus und einen Strand. Dort kann man wunderbar leicht mediterran essen und in den See mit bester Wasserqualität eintauchen. Ich bin in frühen Jahren öfter im Fuschlsee geschwommen; ab Mai war es die Prüfung ohne Wenn und Aber, direkt ins kalte Wasser zu springen. Mir wird noch immer kalt bei dem Gedanken. Erfrischend ist dieser See – gerade an heißen Tagen unbedingt.

Bar „Sole“, ein Logenplatz über dem See
Julian Schwamberger: Ein Koch mit Wurzeln und Weitblick
Wir waren beim mediterranen Essen und kommen somit direkt in das Reich von Julian Schwamberger. Eine einnehmende, sympathische Persönlichkeit, ein Macher mit Statur und unglaublicher Agilität, sein Handy funktioniert meiner Meinung nach nur aufgrund maximaler Akkuleistungsreserven, also Grill-Temperatur – und das gilt auch für ihn. Ein Mann mit interessanter Lebensgeschichte, der sechs Restaurants mit bester Qualität und Genuss für mehr als 300 Gäste mit seinem Team führt. Julian ist ein Einheimischer. Seine Kindheit verbrachte er nicht allzu weit entfernt in Oberösterreich. Seine Vorfahren stammen aus Böhmen. Er hat seinem Opa zugeschaut, wenn dieser Knödel kochte; Beuschel und Karpfen gehörten zur guten Küche.



Dort entstand seine Liebe zur Küche und vor allem zum Produkt – Gott sei Dank ist sie geblieben. Er hat das Handwerk von Grund auf gelernt und dann viel und hart gearbeitet: in New Jersey gekocht, im „Old Heidelberg“, in Dubai Teil einer Brigade von 700 Köchen gewesen, selbstständig mit eigenem Gasthaus und unter anderem in Fuschl beim früheren Küchenchef Thomas Walkensteiner tätig. Seine Frau lernte er ebenfalls im Beruf kennen; sie war als Maître bereits sehr früh sehr erfolgreich.
Julian ist ein „Wir“-Mensch. Er will die Meisterleistung, sechs Restaurants in unterschiedlichen Facetten für den Gast hervorragend zu managen. Gleichzeitig geht er mit dem Team auf Produzentenjagd – ganz passend zu Fuschl. „Alpine to the Sea“ ist das Motto, dem sich die Kochgruppe verschrieben hat, und auch sonst hält sie konstant Ausschau nach besten Produkten: von der eigenen Fischerei über die steirische Gebirgsgarnele, die Metzgerei Fuchserei in Grödig, die Schlossfischerei, Mattigtaler Lamm bis hin zu Gebäck von der Bäckerei Obauer aus St. Gilgen. Das alles zaubert wunderbar auf den Teller.
Unser Essen war einnehmend gut
Ein leicht gebeizter Böhmerwaldzander mit Rettich und Zitrus-Kürbiskernsud begeisterte ebenso wie die Schaumsuppe von der steirischen Gebirgsgarnele, besonders im interessanten Twist von Fingerlimetten und Cognac. Tauernrehrücken oder die pochierte Lachsforelle waren ein Genuss, letztere mit Kohlsprossen, zart und leicht bitter verfeinert – meinem schwierigen Kindheitsgemüse – und abgerundet mit einer Rauch-Beurre-blanc. Die Weinbegleitung war hervorragend: vom südburgenländischen 2012er Welschriesling von Uwe Schiefer über die Domaine Leflaive, Puligny-Montrachet 2020, bis hin zu einem 1900er Tokaj. Das Zwetschgenpolster (deutsch heißt Polster Kissen) als Dessert brachte uns schließlich zum Aufbruch in die Schlafgemächer. Nicht ohne Dank für eine großartige Küche in einem außergewöhnlichen Haus.
Wir werden sehr fürstlich schlafen – ganz Schlossherr eben.
Lesen Sie den Artikel und entdecken Sie faszinierende Orte über die wir berichten.
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