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TEXT Nick Pulina | TITELOTO Zoe Spawton
Auch in diesem Jahr möchten wir Ihnen natürlich wieder einige kulinarische Ideen für das eigene Weihnachtsmenü an die Hand geben. Ob Sie es nun der ganzen Familie, Ihrem Freundeskreis oder auch einfach sich selbst im allerengsten Kreise schön machen wollen – mit den drei Rezepten, die wir Ihnen bis zum Freitag vor Weihnachten vorstellen möchten, haben Sie alles an der Hand, was Sie brauchen.
Die Deutschen lieben ihre Ente. Das zeigt eine Umfrage von Statista Consumer Insights: Direkt nach den traditionell an Heiligabend servierten Würstchen mit Kartoffelsalat landet sie auf Platz zwei der beliebtesten Weihnachtsgerichte. Das verstehen wir nur zu gut und präsentieren Ihnen in dieser Woche gleich zwei Varianten der Festtagsente. Bei Viktoria Fuchs aus dem Münstertaler Hotel und Restaurant Spielweg (zwei Diamonds) bleibt sie klassisch, während Sebastian Baumann aus dem Historischen Gasthaus Sanct Peter – Restaurant Brogsitter (drei Diamonds) eine moderne Neuinterpretation entwickelt hat. Jetzt müssen Sie sich nur noch entscheiden – oder machen einfach beides. Viel Spaß beim Nachkochen!
Variante 1:
Confierte Entenkeule mit Rosenkohl und Serviettenknödel von Viktoria Fuchs

für 4 Personen
ZUTATEN
4 Entenkeulen
2,5 l Enten- oder Gänsefett oder neutrales Öl
800 g Rosenkohl
5 Stängel Blattpetersilie
Butterschmalz
Pökelfond
2 l Wasser
100 g Pökelsalz
80 g Zucker, braun
2 Lorbeerblätter
2 Nelken
2 Wacholderbeeren
4 weiße Pfefferkörner
Serviettenknödel
150 ml Milch
150 g Wecken vom Vortag
3 Schalotten
1 EL Sonnenblumenöl
2 Eier
3 EL Butter
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
Zubereitung
1. Schritt
Die Entenkeulen 24 Stunden pökeln. Hierfür Wasser, Pökelsalz und braunen Zucker zusammen mit den Gewürzen in einem Topf aufkochen. Die Keulen in ein tiefes Gefäß geben und den abgekühlten Pökelfond hinzugeben.
2. Schritt
Die Keulen am nächsten Tag aus der Pökellake nehmen, abtupfen und in einen Topf geben. Mit Gänse- oder Entenfett (notfalls auch neutralem Öl) bedecken. Die Gewürze aus dem Pökelfond passieren und zu den Keulen geben. Mindestens 2,5 Stunden bei mittlerer Hitze (ca. 85 °C) leicht sieden lassen. Die Keulen sind fertig, wenn das Fleisch sich leicht vom Knochen lösen lässt.
3. Schritt
Für die Serviettenknödel die Schalotten schälen, in feine Würfel schneiden und in einer Pfanne mit etwas Öl und Butter glasig dünsten. Die Milch hinzugeben und erhitzen. Die Wecken in Würfel schneiden, mit der erwärmten Milch-Schalotten-Mischung übergießen und für 30 Minuten ziehen lassen. Die Eier trennen, das Eigelb in die Masse geben, gut einarbeiten, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Das Eiweiß aufschlagen und vorsichtig unter die Masse heben. Die Masse auf ein Stück Frischhaltefolie geben, zu einer 6–7 cm dicken Rolle formen und fest einwickeln. Anschließend mit Alufolie umwickeln, die Enden gut zudrehen und so fixieren. Die Rolle für ca. 30 Minuten in leicht kochendem Wasser garen. Herausnehmen und kaltstellen.
Variante 2:
Ente, Kokoscreme, gepickelter Trevisiano, Ingwerstroh und Spitzkohlsushi von Sebastian Baumann

für 8 Personen
ZUTATEN
Entenbrust
8 Entenbrüste
etwas Butter
etwas Thymian
1 Orange, davon die Schale
Entengewürz
40 g Ingwer
4 Knoblauchzehen
4 Sternanis
7 g Zimt
4 g Szechuanpfeffer
2 g Cumin
7 g Koriandersaat
40 g Orangenzesten
Trevisiano
4 Trevisiano
700 ml Wasser
400 ml Sherryessig
60 g Zucker
100 ml Honig
1/2 TL Pfeffer
1 Stange Zimt
1 Stück Sternanis
2 rote Zwiebeln, in feine Ringe geschnitten
Kokoscreme
1000 ml Kokosmilch
12 g Agar Agar
4 Blatt Gelatine
etwas Tabasco, grün
1 EL Arganöl
Ingwerstroh
2 Ingwerknollen
Spitzkohlsushi
1 Spitzkohl
etwas Butter
etwas Piment d’Espelette
etwas Zucker
etwas Pfeffer, weiß
Apfelmus
etwas Kreuzkümmel
1 Zitrone
Blaukraut
2 Köpfe Blaukraut
750 ml Rotwein
100 ml Rotweinessig
100 ml Himbeeressig
150 ml Apfelsaft
4 Boskop Apfel, gerieben
120 g Preiselbeeren
2 TL Honig
Salz
Zucker
Weißer Pfeffer
10 Schalotten, in feine Streifen geschnitten
8 Wacholderbeeren
1 Stange Zimt
4 Piment
3 Nelken
3 Lorbeerblätter
12 Pfefferkörner, weiß, alles gemeinsam fein mixen
Zubereitung
1. Entenbrust
Die Entenbrüste zuputzen und die Hautseite einschneiden, mit heißem Wasser übergießen und für 2-3 Tage im Kühlschrank trocknen lassen.
2. Entengewürz
Alle Zutaten trocknen bzw. in der Pfanne rösten und fein mixen.
3. Trevisiano
Gewürze im Ofen bei 160 °C 10 Minuten rösten. Gemeinsam mit den restlichen Zutaten aufkochen und abschäumen. Erkalten lassen und mit dem Trevisiano vakuumieren. In 90 °C heißem Dampf für 40 Minuten garen, anschließend kurz direkt in Eiswasser abschrecken und mindestens über Nacht ziehen lassen. Portionieren und zu kleinen Rouladen formen.
4. Kokoscreme
Alles bis auf das Arganöl zusammen aufkochen. Anschließend aufmixen und dabei das Arganöl einträufeln lassen. Abschmecken, passieren und abfüllen.
5. Ingwerstroh
Den Ingwer schälen, der Länge nach dünn aufhobeln und in lange dünne Streifen schneiden. Anschließend in kaltem Wasser zwei- bis dreimal auswaschen, passieren und so gut wie möglich trocken. Im Fett bei 160 Grad frittieren und ganz leicht salzen.
6. Spitzkohlsushi
Den Spitzkohl von den äußeren Blättern befreien, diese aber unbedingt aufheben, in gesalzenem Wasser bissfest garen und im Eiswasser abschrecken. Die dicken Strünke am besten mit einem flexiblen Messer gerade schneiden und zwischen Geschirrhandtüchern mit Hilfe eines Nudelholzes ausrollen und damit plätten. Die Herzen des Spitzkohles vierteln und vom Strunk entfernen, anschließend in möglichst lange, ca. 7 mm breite Streifen schneiden. Diese in Butter glasig garen und mit Salz, einer Prise Zucker, Piment d’Espelette und weißem Pfeffer abschmecken. Danach zum Abtropfen auf ein Lochgitter geben und möglichst schnell auskühlen lassen. Abgekühlt mit Apfelmus, Kreuzkümmel und Zitronensaft abschmecken. Mithilfe von Frischhaltefolie die Masse in den grünen Blättern einrollen, gut straff ziehen und nochmals stehen lassen. Portionieren und bei Bedarf im Dämpfkorb erhitzen, mit brauner Butter bestreichen und mit Salz würzen.
7. Blaukraut
Das Blaukraut in feine Streifen schneiden, am besten auf der Aufschnittmaschine, grobe Stücke entfernen und mit den restlichen Zutaten, abgesehen von den Schalotten, marinieren. Sollte wie ein guter Salat schmecken.
Mindestens für 12 Stunden marinieren lassen. Am nächsten Tag Schalotten in reichlich Gänseschmalz glasig anschwitzen. Das Blaukraut dazugeben und unter ständigem Rühren bissfest garen, nochmals abschmecken und ggf. mit etwas Speisestärke abbinden. Am besten einen Tag auskühlen lassen.
8. Finalisieren
Die Entenbrüste in der kalten Pfanne anbraten, bis die Haut knusprig ist. Mit Butter, Thymian und Orangenschale aromatisieren. Einmal kurz umdrehen und dann mit der Hautseite nach unten im Ofen bei ca. 160 °C für 5-7 Minuten garen. Umdrehen und ruhen lassen. Zum Schluss nochmals Hitze auf der Hautseite geben und dann der Länge nach aufschneiden, braune Butter, Fleur de Sel und Entengewürz darübergeben und gemeinsam mit den Beilagen servieren.
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