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TEXT Redaktion I FOTOS Daniel Schvarcz
Angekommen fühlen – für Reisende der erste Eindruck, aber auch ausdrücklicher Wunsch der Gast-Begierde, wenn sie das Hotel betreten. Das ist im Bayerischen Hof nach Umbau hervorragend gelungen. Und nachdem dieser Ort uns mit seiner kulinarischen Präsenz immer wieder einnimmt, wechseln wir diesmal die Perspektive vom Essen zum Ankommen.
Denn mit seiner durchaus mutigen, aber auch stilbewussten Ausführung erhält das Hotel mit der Neugestaltung des Empfangsbereichs einen neuen architektonischen Mittelpunkt. Die Eingangshalle und die Rezeption wurden zu einem großzügigen Raumensemble zusammengeführt, das historische Substanz und zeitgenössische Elemente in eine ruhige, klare Ordnung bringt. Ausgewogene Proportionen, eine präzise Struktur und eine reduzierte, beinahe sakrale Gestaltung verleihen dem Raum zeitlose Eleganz. Die Atmosphäre ist geprägt von Ruhe und Weite – ein bewusster Gegenpol zur Hektik des Alltags.


Natürliche Materialien, sichtbar gemachte traditionelle Handwerkskunst und sorgfältig ausgewählte Kunstwerke unterstreichen das harmonische Zusammenspiel von Geschichte, Materialität und Gegenwart. Nichts wirkt ornamental oder überladen; jedes Detail folgt einer inneren Logik und stärkt den Charakter des Ortes.
Verantwortlich für dieses Konzept ist Axel Vervoordt, einer der weltweit einflussreichsten Interior Designer und Kunsthändler. Nach intensiver Recherche für ein neues Luxusverständnis entdeckte Innegrit Volkhardt Vervoordt über eine private Einladung. Erst nach längerer Überzeugungsarbeit konnte sie ihn für eines seiner seltenen öffentlichen Projekte gewinnen. Das Ergebnis markiert einen besonderen Moment in der Entwicklung des Hauses.
Bereits mit den Restaurants Atelier und Garden hatte Vervoordt im Hotel Bayerischer Hof neue Maßstäbe gesetzt und die Definition von Luxus erweitert. Sein Stil ist begehrt, weil er nicht auf Effekte, sondern auf Authentizität setzt: Respekt vor Tradition, eine ruhige, warme Ästhetik und eine tiefe Wertschätzung für das Echte prägen seine Arbeit. Oder, wie Vervoordt selbst sagt: „I love everything that is very real.“


Der neu gestaltete Empfangsbereich folgt genau diesem Anspruch. Er ist kein lautes Statement, sondern ein stiller, kraftvoller Raum, der Geschichte atmet und zugleich selbstverständlich in der Gegenwart verankert ist. Wir gratulieren dem Hotel, dem kreativen Geist Vervoordt und der Gastgeberin Innegrit Volkhardt zu diesem nicht nur baulichen „Wurf“!
